Buchprojekt “Lux und das Glück” – Das Siebdruckverfahren

Hallo Leute,

es wird Zeit für den zweiten Blogeintrag ;)

Dieses Mal geht es wieder um mein Buchprojekt „Lux und das Glück“- allerdings gehe ich jetzt ganz besonders auf das Siebdruckverfahren ein, mit dem das Buch ja schließlich gedruckt wurde.

Als ich den Kurs gewählt hatte, hatte ich keine Ahnung, um was es sich eigentlich genau handelte. Es klang einfach interessant und der Gedanke, etwas selbst per Hand zu drucken, in welcher Form auch immer, war reizvoll und ausschlaggebend für meine Kurswahl. Allen Kursteilnehmern war freigestellt, was sie drucken. Seien es Plakate, Hefte, Bücher, T-Shirts, Baumwollbeutel, Postkarten, Flyer- alles war möglich und würde von unserem Kursleiter betreut und unterstützt werden. Dass ein Buch eventuell geringfügig mehr Aufwand mit sich bringen würde als ein Heft oder ein Plakat, war mir klar. Aber dass ich die drei Wochen Seminarzeit auf insgesamt fünf Wochen ausweiten musste, obwohl ich auch in meiner Freizeit sehr viel gezeichnet, entworfen und geschrieben habe, hat mich schon überrascht. Vielleicht bin ich zu blauäugig gewesen und hatte nicht einberechnet, welche schwerwiegenden Probleme auftreten können- aber dazu später mehr.

 

So, jetzt die Erläuterungen zum Siebdruckverfahren:

 

Allgemeines

 

Das Siebdruckverfahren heißt nicht ohne Grund so. Gearbeitet wird mit einem sogenannten „Sieb“, das man sich wie einen rechteckigen Alurahmen vorstellen kann, das mit einem feinmaschigen Gewebe bespannt wurde. Die Größe dieser Siebe kann hierbei variieren, je nachdem, welches Zielformat man bedrucken will oder wie viele Schablonen man auf ein Sieb bekommen möchte.  Die Siebe sind also nicht sonderlich schwer, aber je nach Größe recht unhandlich. Außerdem gibt es nicht nur die „normalen“ Siebe, sondern auch Textilsiebe. Diese haben etwas größere Maschen, da Textilfarbe viel dickflüssiger und fast puddingartig ist.

 

Das Beschichten

Beschichter etcWenn man sich ein Sieb ausgesucht hat, kann es eigentlich auch schon losgehen. Zuallererst muss das Sieb beschichtet werden. Dafür wird eine Beschichtungsrinne mit einer grünen, sämigen Flüssigkeit (dem Beschichter), befüllt und das Sieb hochkant oder leicht angeschrägt festgehalten. Nun muss die Beschichtungsrinne mit gleichmäßigem, leichtem Druck von unten nach oben gezogen werden. Dadurch gelangt der Beschichter zwischen die feinen Maschen des Siebes. Das wird so oft wiederholt, bis das ganze Sieb komplett bis zu allen vier Rändern mit dem Mittel beschichtet ist, sodass es einen grünlichen Farbton annimmt. Anschließend muss es nur noch in den Trockenschrank gelegt werden und ca. 15 Minuten lang trocknen. Übrigens: Wenn ein Sieb noch nicht beschichtet ist, kann man sogar durchgucken. Nach dem Beschichten ist das allerdings nicht mehr möglich.

 

Das Belichten

 

SiebdruckGlastisch Wenn das Sieb schließlich trocken ist, kann es belichtet werden. Dafür nimmt man alle Schablonen (also die Illustrationen oder den Text auf Transparentfolie) und legt sie auf den Belichtungstisch (siehe Foto; die Arbeitsfläche besteht aus Glas). Anschließend wird das Sieb so auf die Schablonen gelegt, dass man ausreichend Platz zwischen Motiv und Siebrand hat (ca. 5 cm) und ein Vakuumschlauch auf das Sieb gelegt. Dann wird der obere „Deckel“ des Tisches über das Sieb gespannt- der Deckel besteht aus einem Metallrahmen das mit einem Gummituch bespannt ist. Ist der Deckel an der Glasplatte festgemacht, kann der Tisch eingeschaltet werden: Der Schlauch pumpt jetzt alle Luft aus dem Zwischenraum von Sieb und Gummituch ab und lässt ein Vakuum entstehen. So kann die Glasplatte am Tisch von der Waagerechten in die Senkrechte gelegt werden, ohne dass das Sieb herunterfällt. Anschließend wird die Belichtungsmaschine eingeschaltet und 2 ½ Minuten laufen gelassen (bei Textilsieben eine Minute länger).

 

Das Säubern

 

sieb-schabloneIst die Wartezeit um, kann das Gerät abgeschaltet und das Sieb aus der Vorrichtung entnommen werden. Nun muss das Sieb mit einem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Überall dort, wo die Schablone Schwarz war, kann der Beschichter wieder aus dem Sieb gewaschen werden. An diesen Stellen ist es dann wieder durchlässig für Farbe. Das Auswaschen muss man ziemlich akribisch angehen. Jeder Rest des Beschichters würde nur Fehldrucke erzeugen, also muss man das Sieb oft gegen das Licht halten und mehrmals prüfen, ob das Sieb wirklich sauber ist. Ist dies der Fall, kann das Sieb wieder eine Viertelstunde in den Trockenschrank gelegt werden. Das sind alle Schritte, die vor dem Druck stattfinden.

 

 

Der nächste Blogpost heißt „Der Druck und erste Zwischenergebnisse“! Außerdem: Was kann man alles im Siebdruckverfahren drucken? Wie lange müssen die Drucke trocknen und vor allem- wie geht es dann weiter bis zum fertigen Buch?

 

Ich hoffe, bis hierhin konnte ich das Siebdruckverfahren einigermaßen verständlich erklären. Falls ihr dennoch Fragen haben solltet, stellt sie ruhig und ich beantworte sie schnellstmöglich ;)

 

Eure Nadine

 

 



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